Die abenteuerliche Reise der sieben Kräuter

von Horst Nopens

Der Stadtteil-Historiker Horst Nopens beschreibt in einem beinahe 300 Seiten starken Roman den Weg, wie die Grüne Soße von ihren Anfängen – dem Beginn der christlichen Zeitrechnung – über das Mittelalter, von Rom, schließlich über die Toskana und über Frankreich bis nach Oberrad, das Gärtnerdorf von Frankfurt am Main, gekommen sein könnte. Es ist eine weitläufige, gesamteuropäische, die Zeitalter und die Kulturen übergreifende Erzählung geworden, die die Frankfurter Stadtgeschichte in einem – für dieses Projekt  –  ungewöhnlichen fiktionalen Ansatz beleuchtet.

Die Kapitel klingen verlockend; Ruhezeiten scheinen mit Bewegung und Bedrängnis abzuwechseln: „Die Zeit in Florenz“, „Sacco di Roma“, „Maria de Medici, Königin von Frankreich“, „Die Hugenotten“, „Die Flucht“, und die Ankunft in Oberrad mit „Die grüne Soße“.

Aber alles begann dereinst an einem Küchentisch und einer aufmunternden Erzählung der „Oma Jung“. Diese Rahmenhandlung des Romans handelt davon, „wie die Grüne Soße zu uns nach Oberrad gekommen ist.“ Und die Geschichte beginnt so: „Es war vor vielen hundert Jahren, als in unserem Wald die Kräuter-Lucia lebte. Sie kam nach dem Dreißigjährigen Krieg aus Frankreich als Flüchtling nach Oberrad. Leider existieren über sie in keinem Kirchenregister oder in Rathausunterlagen von Oberrad oder gar von Frankfurt Nachweise, obwohl sie tätig und verändernd in das Leben von Oberrad eingegriffen hatte.“

»Auch meine Lebensgefährtin stimmte damals dem Projekt zu. Das war äußerst wichtig, kann sie doch als Expertin im Herstellen der‚ Grie Soß’ nach dem zum Standard gewordenen Rezept gelten: sieben Kräuter, nicht mehr, nicht weniger!«

Vor mehr als 300 Jahren also hatte diese Kräuter-Lucia die Oberräder mit der Grünen Soße bekannt gemacht. Nopens beschreibt diese erste Grüne Soße als eine Art Urform, gewissermaßen als den Prototyp, der seitdem manche Abwandlung und Weiterentwicklung erfahren hat. „Allerdings waren die wesentlichen Bestandteile der Grünen Soße schon damals die Kräuter“, so Oma Jung im Roman des Stadtteil-Historikers. „Heute hat man genau festgelegt, welche sieben Kräuter in einer Grünen Soße enthalten sein müssen. Nur dann ist es die echte Frankfurter Grüne Soße.“

Von da aus lassen sich die Wurzeln noch weiter zurückverfolgen, bis in die Kultur des Mittelmeeres vor rund 2000 Jahren. Eine spannende, geradezu mitreißende Geschichte nimmt ihren Lauf, die – neben den vielfältigen kulinarischen Aspekten und der immensen Bedeutung des Stadtteils Oberrad für die Frankfurter Kultur schlechthin – die Bedeutung Frankfurts im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit erlebbar und anschaulich macht.

Horst Nopens

Ich wurde im Jahre in 1937 als mittleres von drei Kindern in Königsberg in Ostpreußen geboren. Es war ein schöner Sommertag. Das Kriegsende erlebte ich in Sachsen. Nach mehrmaligen Versuchen gelangte die Familie 1947 in den „goldenen Westen“, nach Ostfriesland. Im Jahr 1955 wurde ich in Frankfurt am Main sesshaft und heiratete 1973. Meine Existenzgrundlage war meine 30-jährige Tätigkeit als Projekt-Ingenieur im Bereich Heizung, Lüftung und Sanitär. Meine Frau verstarb 1989. Mittlerweile bin ich Rentner und lebe mit meiner Lebensgefährtin Rosi im Frankfurter Gärtnerdorf Oberrad.

Seit über 50 Jahren spiele ich Handball. Das Fahrradfahren, erlernt auf den langen Schulwegen in Ostfriesland, dient mir nicht nur zur Fortbewegung, sondern in gleicher Weise als Freizeitbeschäftigung – ein ideales Fitnesstraining.

 

Quelle: Bürger, die Geschichte schreiben (Band I - November 2010)